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2.30 Ohne Zweifel, probierts sich leichter

Heute ist der 05.12.2021 und es ist Zeit ein Fazit zu ziehen.

Vor genau einem Jahr bin ich, sind wir, umgezogen, haben unseren deutschen Standort gewechselt.

Es liegt keine große Distanz zwischen der neuen und der alten Wohnung. Der Schritt war nicht weit, dennoch, und das kann ich ein Jahr später mit voller Gewissheit sagen, riesengroß.

Mein Freund Ruy und ich haben zwei Zuhause. Eines ist in Las Palmas de Gran Canaria, das andere in Frankfurt am Main. Noch vor einem Jahr aber war unser deutscher Standort in einem Städtchen ca. 20km vor Frankfurt.

Der geringen Distanz ungeachtet, waren die Zweifel, ob dieser Wechsel überhaupt möglich ist, umfassend und beeinträchtigend.

In die Stadt zu ziehen stand schon immer auf meiner Bucket List. Das Leben mit Ruy in Las Palmas zeigte mir bereits, wie schön es ist „alles vor der Tür zu haben“ und das es genau das ist, was ich gerade in meinem Leben möchte: Das Gefühl grenzenloser Möglichkeiten.

Ein Angebot, dass genau solch ein Gefühl vermittelt, befindet sich, in der Regel, in der Großstadt. Also fasste ich den Entschluss unseren deutschen Standort zu wechseln und unser Zuhause mehr in den Mittelpunkt des Geschehens zu rücken. Nach Frankfurt Innenstadt sollte es gehen. Ich war mir bewusst über die Lage des Wohnungsmarktes und mein kleines Budget, also ließ ich mir Zeit bei der Suche.

Ich würde sogar sagen, dass ich mindestens 70 Prozent der Zeit fest davon ausging, dass ich das sowieso nicht machen kann, dass so etwas für mich nicht realisierbar ist, dass ich mit möglichen steigenden Kosten nicht zurechtkommen würde, dass ich in einem totalen Loch leben muss, wenn ich in der Stadt leben will, dass ich meine Ansprüche komplett runterschrauben muss.

Das alles erwies sich als falsch. Aber das sollte ich erst viel später herausfinden. Lange nachdem ich es einfach anfing zu probieren, trotz aller Zweifel, Unsicherheiten und fragenden Blicken von Dritten.

All diese lieben Menschen, die einen schützen wollen vor Enttäuschung und Niederlage und einem sagen, wie schwierig es wird und dass man sich nicht allzu große Hoffnungen machen soll.

Ich habe all dem Glauben geschenkt und mir vorgestellt wie kompliziert es werden wird und welch unlösbaren Probleme auf mich warten. Das waren die Zeiten, die mich paralysierten, in denen ich nicht daran glaubte und es folglich auch gar nicht erst versuchte.

Heute, in der Retroperspektive, kann ich sagen, dass es immer nur in den Zeiten schwer und hart war, in denen ich es nicht probierte und mir stattdessen konstant vor Augen führte, wie unmöglich es doch sei.

Ab dem Moment, ab dem man einfach loslegt, ist es keineswegs mehr schwer und unmöglich, sondern einfach nur eine Suche, ein Wunsch, eine Tätigkeit, die ein konkretes Ziel verfolgt.

So ist es mit allem im Leben. Eine schöne Lektion, die ich heute, als glückliche Stadtbewohnerin in einem schönen, bezahlbaren Altbau in der Innenstadt Frankfurts, voller Zuversicht ziehen kann.

Es ist nur solang schwer, wie wir nichtstuend, angsthabend und zweifelhegend herumsitzen. In dem Moment, in dem man einfach probiert, einfach macht, ist es auch kein Ding der Unmöglichkeit mehr, denn dann macht man ja schon.

Ist es nur so lange eine Belastung, bis wir es zu einer Tätigkeit machen!

In Artikel 34.Statistik: Freund oder Feind? warne ich davor, Statistiken und ihren Verfechtern zu viel Bedeutung zukommen zu lassen. Wir sollten uns wegen Wahrscheinlichkeiten und Zahlen, nicht die Möglichkeit auf ein Feuerwerk nehmen lassen.

Denn das werden wir haben, bereits ab dem ersten Schritt, den wir gegangen sind. Ganz gleich, ob wir am Ende unser Ziel tatsächlich erreichen oder nicht.

Heute leben Ruy und ich auf den Tag genau seit einem Jahr in Frankfurt und können gar nicht glauben, wie wir uns in nur einem Jahr verändert haben, weil wir einen Wunsch wahr machten, der so lange so unerreichbar schien.

Bis bald

Saludos y un besito

Artikel zum Umzug: 39.Mi casa es tu casa es nuestra casa

Da, wo du „alles vor der Tür hast“
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Eine Antwort auf „2.30 Ohne Zweifel, probierts sich leichter“

So ein schöner Artikel, und sooo schön, dass sich alles so gut für Dich/Euch gefügt hat. Und am Besten ist die großartige Erkenntnis die Du gewonnen hast: Es ist nur so lange eine Belastung, bis wir es zu einer Tätigkeit machen!
Das werde ich mir auch zu Herzen nehmen. Ich bin ganz stolz auf Dich 💕

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