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2.27 Im Supermarkt kommt kein Mammut, Schatz!

Kürzlich saßen Ruy und ich mit Freunden zusammen. Es war eine nette Runde. Alkohol war geflossen und Zungen gelockert.

Wie es der Zufall so wollte, fingen wir an über die Launen unserer Partner zu sprechen und zu welchen Zeitpunkten und in welchen Momenten sich diese signifikant verändern. Wie man sich vorstellen kann, kamen mit vier Pärchen am Tisch einige Geschichten zusammen.

Erstaunlicherweise, stellten die meisten von uns Frauen in der Runde fest, dass unsere Partner, ausgerechnet im Supermarkt, eine Wesensveränderung zu vollziehen scheinen.

Eine nach der anderen reihte sich mit meinen Geschichten ein, als ich erzählte wie sehr Ruys Stimmung sich änderte, wenn wir nur darüber reden am nächsten Tag gemeinsam im Supermarkt einkaufen zu gehen.

Sind wir da, hält sich seine Laune gerade noch bis zur Pflanzenabteilung, die sich am Anfang des Supermarktes befindet. (s.a. Artikel 10. Mein Freund und seine 16 Bitches)

Danach resigniert er vollends, hofft, dass ich zielstrebig und vor allem an seiner Seite alle Einkäufe zusammensuche und wir schnell wieder da rauskommen, am liebsten natürlich ohne lange Schlage an der Kasse.

Wir alle lachten, als wir feststellten, dass es nicht nur mir so zu gehen scheint, sondern dass sich die Problematik zwischen Mann und Supermarkt anscheinend durch einige Beziehungen zieht.

Wir stellten fest, dass sie es hassen wenn wir „vor- oder wegrennen“, dass sie es unmöglich finden, wenn wir wahllos durch die Gänge huschen und sie uns nicht mehr finden können. Sie verstehen nicht, wie wir gefühlte Stunden vor den Produkten stehen, um uns ganz genau zu überlegen, welches wir nun kaufen wollen. Wenn es um Essen geht, ist keine lange Entscheidungsfindung nötig, finden die Männer in der Runde.

Im Grunde genommen, ist es ganz einfach zu erklären. Wir Frauen beschäftigen uns gerne mit Lebensmitteln und Essen. Wir planen, machen Listen, geben Acht auf den ökologischen Fußabdruck beim Einkaufen und informieren uns über Inhaltsstoffe. Wir machen den Einkauf meist mit Bedacht und huschen umher mit Neugierde und einem offenen Auge für Neues und für Mehr.

Wir stellten fest, dass viele Männer allerdings, von dieser Manier nichts halten. Sie wollen erledigen, was zu erledigen ist, kaufen was sie kennen und wovon sie wissen wie es schmeckt und wie sie damit umzugehen haben.

Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Es ist so simpel, denn es muss genetisch in uns veranlagt sein. Die Evolution ist die Erklärung. Unser Verhalten in den großen, modernen Supermärkten von heute ist immer noch auf die Jäger und Sammler der Steinzeit zurückzuführen.

Damals gingen die Frauen los um zu Sammeln. Sie schlichen durch die Wälder und liefen wachen Auges umher, um ja nichts zu übersehen. Sie ließen sich Zeit und suchten immer wieder an neuen Stellen. Sie planten, wie viel sie brauchten und wie viele Leute in ihrer Höhle versorgt werden mussten. Sie behielten immer die Umstände im Auge und wussten welche Jahreszeit, wie viele Vorräte verlangte.

Der Mann ging raus um eine Sache zu erledigen. Beute zu finden, die er erlegen konnte.

Oft saßen die Männer lange Zeit unter einem Baum oder auf einem Felsen und warteten bis sich ein Tier näherte.

Sie harrten aus, bis das Essen seinen Weg zu ihnen fand. Sie haben keine Wissenschaft daraus gemacht. Sie haben gesucht, gewartet und erlegt. Das was es eben zu finden gab.

Zurück im Supermarkt, komme ich nicht umher, Parallelen in diesen Verhaltensweisen zu entdecken.

„Hier wird eben kein Wisent oder Urochse zum Erlegen vorbei kommen. Hier musst du selber dein Essen zusammen suchen, Schatz!“

So wurde evolutionsbedingt der Jäger zum Sammler und manchen scheint das einfach nicht so zu taugen.

Natürlich kann man nicht alle über einen Kamm zu scheren. Es gibt durchaus auch Männer, die gerne einkaufen und einfach den Supermarkt als das sehen was er ist: ein neutrales Gebäude mit jeder Menge Essbarem drin.

Aber eines ist sicher, alle Männer waren sich einig, dass sie es nicht leiden können, wenn wir Frauen einfach alleine loslaufen und sie sich selber überlassen. Sie fühlen sich stehen gelassen von uns, die Männer. Davon abgesehen, verstehen sie oft nicht, welche Planung und Logik hinter unseren Einkaufslisten steckt.

Wie dem auch sei. Ganz gleich, ob in deinem Mann noch der Jäger steckt oder sich ein geborener Sammler befindet – wenn man dieses Wissen hat, kann man noch dem schlecht gelauntesten Supermarktbegleiter seine Stimmung verzeihen.

Bis bald

Saludos y un besito

© shutterstock geo.de
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Eine Antwort auf „2.27 Im Supermarkt kommt kein Mammut, Schatz!“

Nachdem ich den Artikel gelesen und mich in die Jäger Perspektive hineinversetzt habt, tut es mir ja schon fast leid, denn es gibt bei mir vermutlich keinen Supermarktbesuch, indem ich nicht vor- und oder wegrenne, oder sage: ah schau doch mal dieses Produkt, dass sollten wir ausprobieren 😅.
Danke Spatz für diese Bereicherung!

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