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2.26 Frag dich selbst

Die Fernbeziehung, die ich mit meinem Freund zwischen Gran Canaria und Frankfurt führe, hat meinen Horizont seit Tag eins ungemein erweitert.

Diese Leichtigkeit und Leidenschaft, die die kanarische Kultur ausmacht, war und ist ein Kontrastprogramm zum Leben in Deutschland. Auf diesen Inseln werden Attribute ausgelebt und geschätzt, die wir als mäßig wichtig in unserer Kultur betrachten.

Seitdem ich mit zwei sehr reichen und interessanten Kulturen leben darf, hinterfrage ich noch mehr, als ich es sowieso schon vorher tat.

Ich frage mich warum wir so leben, wie wir leben und warum das in jeder Kultur anders ausgelegt wird.

Ich stelle fest, wie ähnlich wir uns aber trotz aller kulturellen Unterschiede sind und dass jeder Mensch im Grunde das Gleiche fühlt und will.

Tief in jedem von uns ist es immer der Wunsch nach Macht und Liebe, für den wir tagtäglich Entscheidungen treffen.

Wir wollen alle leben und überleben.

Da wir also alle gleich sind, kreiert auch jeder gleichen Anteils die Welt mit. Jeden Morgen, wenn du aufstehst und anfängst Entscheidungen zu treffen, beeinflusst du auch das Außen.

Entscheidest du mit guter oder schlechter Laune in deinen Tag zu starten, entscheidest du dich für Nutella oder Avocado, nimmst du das Rad oder das Auto?

Wählst du schwarz, grün oder blau, entscheidest du dich für ein Leben nach deinen Erwartungen oder den Erwartungen anderer?

Beschwerst du dich also heute über eine kaputte Welt, eine traurige oder unsichere, denk immer daran, sie kann nur besser werden, wenn du selber auch besser wirst, wenn du selber auch glücklicher wirst. Die Welt ist ein Spiegelbild davon, wie die Menschheit lebt.

Frag dich also selbst mal, was du brauchst, welche Entscheidung du treffen müsstest, um glücklich(er) zu sein. Dabei ist es völlig zweitrangig ob die Antwort darauf mit gesellschaftlichen Vorstellungen oder deiner Komfortzone harmoniert.

Wenn dich das glücklich macht, machst du dein Umfeld glücklich, machst du die Welt zu einem glücklicheren Ort.

Aufnahmen von Armut und Hungersnot, von Unterdrückung, Krieg und Zerstörung, machen uns traurig.

Wir sehen die Ungerechtigkeit, wollen helfen, wollen verändern. Wir empfinden es als unfair, dass andere Menschen nicht all die Möglichkeiten und Freiheiten haben, die wir in Europa genießen.

Aber nutzen wir unsere Freiheit denn genug?

Du bist ein Glückspilz, denn du musst nicht nur einfach jeden Tag überleben. Du darfst kreieren, fantasieren und genießen. Du DARFST Sport machen, dich gesund ernähren, den Job deiner Wahl wählen. Wir müssen aufhören immer alles als Pflicht zu betrachten (außer vielleicht Rechnungen zu begleichen).

Ich muss, ich muss… Nein, du darfst. Du bist nicht das Opfer, du bist der Entscheider, der Glückspilz.

Wir müssen lernen uns selbst zu lenken, statt uns von Konsum, Medien und Umfeld fremdsteuern zu lassen.

Am Ende des Tages fühlen sich die meisten Menschen unglücklich, weil sie eigentlich Marionetten externer Einflüsse sind.

Ich frage mich, was würde wohl ein Kind, das in einem Entwicklungsland oder im Schatten einer Diktatur aufwächst, denken, wenn es sehen würde wie viele von uns unglücklich und fremdgesteuert sind, obwohl wir hier doch alle Freiheiten haben, selbst zu entscheiden und zu kreieren.

Wir empfinden das Leben als das größte Geschenk. Deswegen wollen wir es auch weitergeben, deswegen bekommen wir Kinder.

Vergessen haben wir aber, das auch wir ein Geschenk bekommen haben und eigentlich nur hier sind, um unsere größten Sehnsüchte zu erfüllen. Zu Leben ist nichts Normales!

Und keine Panik. Sehnsüchte erfüllen und ein bodenständiges Leben führen, geht beides. Das eine schließt das andere nicht aus. Man muss einfach die Kombination finden, die einen glücklich stimmt.

Frage dich also, was deine größte Sehnsucht ist.

Frage dich: Wenn ich morgen sterben würde, was würde ich bereuen, nicht getan zu haben?

Lass dich überraschen von der Antwort oder nicht, das ist egal. Aber nutze sie. Setzte es 1 zu 1 um, pass es an dein jetziges Leben an oder scheitere beim dem Versuch es zu verwirklichen, nur nutze es.

Frage diese Frage dich selbst, um dir einen kleinen Schubs in die richtige Richtung zu geben.

Frage diese Frage deinen Partner, deine beste Freundin, deine Schwester, deine Eltern, um ihnen zu helfen, ihren Fokus auf sich selbst zu lenken. Vielleicht verraten sie dir auch, was es ist. Es gibt keine spannendere Antwort.

Die Spanier sagen oft, „los alemanes no saben disfrutar“ (Die Deutschen wissen nicht, wie man genießt).

Ich denke, das Problem ist, dass wir unseren Fokus zu selten nur auf uns und die Dinge richten, die uns glücklich machen. Wir fragen uns einfach zu wenig, was wir wirklich brauchen. Oder wir tun es falsch.

Die Frage sollte nämlich öfters sein, was macht mich jetzt glücklich. Nicht, was wird mich in 10 Jahren glücklich machen.

Bis bald

Saludos y un besito

La Fortaleza, Gran Canaria
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