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2.25 Hauptrolle

Eine lange Pause geht vorbei, für die ich mich nicht entschuldigen, sondern bedanken möchte. Wenn Job und Alltag einem viel abverlangen, mag man nicht mal mehr ein kleines Fenster für die Produktivität offen lassen. Erst recht nicht, wenn der Urlaub vor der Tür steht. Dann will man alles aus dem eigenen Dunstkreis verbannen, was an Must-Do’s und Deadlines erinnert und klaren Kopfes, „ohne Verantwortung“, in den Urlaub brausen. Das habe ich dann kurzentschlossen einfach getan, und meinen nächsten Artikel, nächsten Artikel sein lassen. Nun um einen Urlaub und tatsächlich auch ein Lebensjahr reicher, kann ich mich wieder an meinen Laptop setzten und genießen diese Worte zu schreiben.

Eine Entscheidung nur zum eigenen Wohl. So oft wird sie verlangt, so selten getroffen. Denn diese Art von Entscheidungen fällt schwer. Warum? Weil wir sie treffen, um nur uns selbst zufrieden zu stellen und nichts und niemanden im Außen. Und das ist ungewohnt.

Ehrlich nein sagen, absagen, Dinge tun, die nur der eigenen Seele Balsam schenken und von denen man nur selbst profitiert, keine Deadlines, Arbeitgeber, Freunde oder Gesellschaften. Das fällt schwer.

Es ist eine traurige Wahrheit, die für die Mehrheit der Menschheit gilt. Die meisten von uns gestalten ihren Tag, ihre Woche, ihr Jahr, gar ihr Leben, nach äußeren Erwartungen, statt nach ihren eigenen.

Sich für sich selbst entscheiden, verlangt Überwindung,

weil uns irgendwann mal beigebracht wurde, dies sei gleichzusetzen mit „andere enttäuschen“.

Wir verbinden es mit Egoismus, ich-konzentriertem Fokus, andere vergessen und im Stich lassen.

Also entscheiden wir uns lieber dafür uns selbst und unsere Bedürfnisse im Stich lassen. Ich möchte mich hier weit aus dem Fenster lehnen und behaupten, dass das vor allem Frauen betrifft, da wir dazu neigen mehr gemeinschaftlich und im Wohl aller zu denken und zu handeln.

Was wäre nun, wenn wir diese Überzeugung mal etwas anpassen würden und für sich selbst entscheiden gleichsetzen mit du gewinnst Punkte auf deinem Lebenskonto.

Ergo, zu viele Entscheidungen gegen dich, bedeutet leiden. Leiden, in Form von Einsamkeit, Überlastung, Stress, Monotonie, körperliche Beschwerden.

Würden wir das endlich als Wahrheit begreifen, würden wir uns mehr für uns entscheiden.

Pausen nehmen, wenn wir sie brauchen.

Türen schließen, Handy weglegen, Treffen ab-oder zusagen, länger Urlaub machen, eigene Grenzen abstecken und aufweisen.

Veränderungen erschaffen, Zeit für ungewöhnliche Hobbies nehmen, Job wechseln, Risiken eingehen, umziehen, weiterbilden, umdenken.

Sollte dein Umfeld, deine Entscheidungen, die du für dein Wohl (oder das Wohl deiner Familie) getroffen hast, nicht akzeptieren, sich eventuell alleine oder ausgeschlossen fühlen, denk immer daran, zu gibst ihnen gerade auch eine Chance zu wachsen, und etwas zu verändern in ihrem Leben, was nur für ihr Wohl bestimmt ist. Einer muss immer anfangen.

Wenn du dich für dich entscheidest, so bist, wie du bist, ehrlich, so wie es dir dein Bauchgefühl sagt, dann hilfst du nicht nur dir, sondern auch anderen.

Du schaffst nicht nur dir Raum, sondern auch den anderen. Und dieser neu gewonnene Raum ist immer positiv. Immer. Dort entsteht keine Negativität, nur Erkenntnisse.

Menschen, die die Hauptrolle in ihrem eigenen Leben spielen, sind Vorbild.

Natürlich verspüren manche Menschen eine Art Leere, wenn die  Aufmerksamkeit des Partners oder der Freundin für einen Moment etwas nachlässt, weil diese nun auch mal Zeit nur für sich einplanen. Das ist ganz normal. Es ist nicht unsere Schuld. Wir lernen immer im Außen nach Erfüllung zu suchen, durch Medien und Beziehungen. Wir lernen nicht zu glauben: Ich genüge. Ich bin auf nichts von außen angewiesen.

Glücklicherweise, ist eine Lösung nie weit, wenn man seine eigenen Bedürfnisse kennt und weiß, wie man diese stillen kann. Wir dürfen einfach nicht erwarten, dass das non-stop jemand anderes für uns tut. Wir müssen das selber übernehmen.

Alles, was wir konsumieren, das muss uns klar sein, ist und wird immer limitiert sein. Immer.

Ganz gleich ob es Materielles ist, die Aufmerksamkeit, die wir durch soziale Beziehungen erfahren oder Reize, die wir aufnehmen. Das ist alles immer limitiert. Was nie ein Limit hat, ist was du für dich selber kreierst, wenn du dir selbst Aufmerksamkeit schenkst und dich immer wieder für dich entscheidest. Und dazu kann man immer zurückkehren, das wird dich niemals verlassen, ignorieren oder an Wert verlieren.

Das Schönste ist, du tust damit keinem weh, du gewinnst nur. Für dich selber und für andere.

Sei mehr da, wo keine Limits sind und entscheide dich auch mal nur für dich.

Du spielst die Hauptrolle in deinem Leben.

(Wer Angst vor dieser Rolle hat, sollte sich nochmal Artikel 11.What if we are missing the point vornehmen. Der macht Mut!)

Bis bald

Saludos y un besito

Gran Canaria. Bei Nacht. Von oben.

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