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2.24 Ein Pool voller Reichtum

Zwei Wochen sind um – es ist Zeit für eine neue Erkenntnis, einen neuen Artikel, der dich hoffentlich inspiriert und etwas in dir bewegt.

Es ist mittlerweile nicht mehr von der Hand zu weisen. Eine Form von Bewusstseinslehre ist in unseren schnelllebigen Gesellschaften angekommen.

Viele Traditionen und Bräuche der asiatischen Kulturen schwappen nun mehr und mehr in den Westen und manifestieren sich hier – sogar in good old Germany – in Form von Yogastudios, Mediationskursen und Mindsetarbeit.

Was sich früher einzelne Individuen zu Nutze machten, scheint jetzt sogar für den allerletzten Skeptiker zugänglich zu sein, wenn er das möchte.

Große Wirtschaftsunternehmen halten eine Aufklärung über Achtsamkeit und Bewusstseinslehre für einen essentiellen Anteil der Work-Life-Balance ihrer Mitarbeiter. Sie bieten Schulungen und Seminare an. Es ist definitiv ein Umdenken zu beobachten. Die Nachfrage steigt und das Angebot wächst.

Deutschland ist ein Zukunft liebendes Land. Wir sind Planer und Absicherer. Unser Zeitverständnis ist immer nach vorne gerichtet, um dort schon mal für Ordnung zu sorgen. Überraschungen und Ungewissheit, das ist nichts für uns – ganz gleich ob wir hier von morgen oder in zwanzig Jahren sprechen. Also treffen wir täglich alle Vorkehrungen, die wir können, um ruhigen Gewissens gen Zukunft zu schreiten.

Wer meine Artikel seit Anfang an liest, weiß dass die Beziehung zu meinem Freund Ruy und der Kontakt den ich dadurch zu den kanarischen Inseln und ihrer Mentalität gewonnen haben, meinen (deutschen) Horizont sehr erweitert hat. Da auf den Inseln über so vieles, so anders gedacht wird, fing ich schon vor einiger Zeit an, mir Vertrautes zu hinterfragen.

Ich dachte, so wie ich lebe, so wie wir denken, in Deutschland, ist es genau richtig. Alles andere bringt mich nicht weiter. Ein arrogantes Denken, dass aber vollkommen natürlich ist. Jeder Mensch sieht seine Kultur und dessen Konventionen, als einen Standard an. Wir denken alle wir haben den Dreh raus. Das ist verständlich, aber auch erschreckend limitierend. Es gibt immer noch mehr zu lernen. Es lohnt sich immer auch den anderen zuzuhören und die Vielseitigkeit an Kulturen, die wir auf der Erde haben, als genau das zu betrachten was sie ist: ein absolutes Reichtum. Ein Reichtum an Wissen. Wer nicht gewillt ist, daraus zu schöpfen, der wird mit einem limitierten Wissen leben müssen.

Die Konditionierung, die wir erfahren durch unsere Umgebung, Gesellschaft und Kultur ist nie die einzig Wahre, sondern nur ein Teil der Wahrheit.

Umso erfreulicher zu sehen, dass sich „der Westen“ etwas beibringen lässt und das Prinzip des Zeitverständnisses überdenkt. Denn die Lehre von Achtsamkeit und Bewusstsein  bedeutet, sich ins Hier und Jetzt zu begeben und nicht gedanklich in der Zukunft oder der Vergangenheit zu schweben, wo wir Worst-Case-Szenarios durchspulen und Altgedachtes erneut zerdenken – kurz um, wo Probleme entstehen. So lernen wir voneinander.

Die Welle ist geschwappt, das Umdenken findet statt, die Gesellschaft nimmt an und erkennt mehr und mehr einen Sinn in der Lehre des Jetzt, sowie in der Leere des Kopfes.

Jetzt, wo ich es auch in meinem Umfeld entdecken kann, erkenne ich, dass ich schon vor drei Jahren damit konfrontiert wurde, es damals aber noch nicht in das Große und Ganze einordnen konnte.

Damals schon war ich fasziniert und überfordert zugleich davon, wie gelassen man auf den kanarischen Inseln das Leben angehen lässt. Wie man sich beim Essen Zeit lässt und über Stunden „nascht“.  Wie liebevoll man miteinander spricht.

Wie sehr man Freizeit und „nichts tun“ schätzt. Wie man ohne groß nachzudenken Zeit am Meer, einer Gehaltserhöhung vorzieht. (kleine Anekdote dazu siehe Artikel 6. Lieber Zufriedenheit, als Profit)

Ich habe immer große Augen gemacht, wenn ich sah wie verbunden Ruy mit seiner Insel ist. Es schien mir immer, als kenne er jeden Stein, jeden Baum und jede Krabbe. So viel Ruhe und so viel weniger Hektik in seinem Kopf als in meinem. Ich habe lange, lange Zeit gebraucht, um das nicht als eine Schwäche zu verstehen, sondern einen Vorteil. Ruy handelt immer intuitiv, ob bei uns zuhause oder auf unseren Reisen. Wenn ich meinen Gedanken traue, die aus Erfahrungen der Vergangenheit und Ängsten der Zukunft entspringen, werde ich hektisch und ängstlich. Im Gegensatz zu Ruy, der seinem Instinkten vertraut und ruhig gestimmt ist.

(Hierzu ein sehr schöner Artikel: 32. Die unschlagbare Wirkung einer instinktiven Handlung)

Ich denke, dass dieses Urvertrauen der Mentalität der kanarischen Kultur entspringt. Gelassenheit, das Jetzt leben und genießen und wissen, wo Glück wirklich herkommt.

Alles Dinge, die auch in der „neuen“ Achtsamkeitswelle wiederzufinden sind.

Das alles kannte ich schon von meiner persönlichen spirituellen Quelle: der kanarischen Mentalität. Vorgelebt von Ruy, hat auch mich es einen großen Schritt weitergebracht. Jeder von uns, der sich mit den Weisheiten und Bräuchen der asiatischen Kulturen schon etwas auseinander gesetzt hat, weiß, dass das Leben dann vollkommen ist, wenn wir in dem JETZT, in dem wir leben auch tatsächlich sind. Gar nicht so einfach, wie es klingt.

Lese ich mir heute meinen Artikel 6. Lieber Zufriedenheit, als Profit nochmal durch, schließt sich für mich ein Kreis. Damals hatte ich schon den richtigen Riecher. Heute sehe ich es plötzlich überall.

Schöpf aus diesem unglaublichen Pool voller Reichtum an kulturellem Wissen. Sie können dir alle etwas beibringen und das macht dich reicher und reicher.

Unterm Strich ist es einfach wichtig offen zu sein für neuen Input und Veränderung zuzulassen, auch wenn es sich erst mal seltsam anfühlt, weil das nicht mehr unserer Komfortzone entspricht.

Lasse dich inspirieren, um andere zu inspirieren.

Bis bald

Saludos y un besito

Maspalomas, Gran Canaria
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