Kategorien
ARTIKEL

2.22 ¡Que negativo!

Mein Freund Ruy wirft mir ab und zu vor, ich sei eine Schwarzmalerin. „Warum siehst du das jetzt nur negativ?“, fragt er oft. „Es kann doch auch anders kommen. Warum konzentrierst du dich nicht auf ein positives Ergebnis?“

Ja warum machen wir das eigentlich so wenig? Ich bin ja schließlich nicht die Einzige.

Überall ist es zu finden und zu hören, das angstvolle, negative Denken. Es ist ein innerer Kritiker, der uns limitiert und klein macht. So oft schimpfen wir mit uns selbst und setzten zu selten Vertrauen in ein positives outcome.

Ruy hat Recht. Ich lasse häufig meinen inneren Kritiker über meine Stimmungslage walten und lasse ihn Entscheidungen treffen, anstatt einer positiven Energie die Zügel in die Hand zu geben, die sagt „es passt schon so wie es ist und ich werde das Beste aus dem machen was kommt.“

Wir lassen dem inneren Kritiker so viel Spielraum, gestehen ihm so viel Macht zu, dass häufig genau das eintritt, was er erwartet hat.

Bedeutet, wir rechnen damit, dass es sowieso „nichts wird“, folglich handeln wir dann unterbewusst auf eine Art und Weise, die ein Resultat hervorbringt, das dieser negativen Erwartungshaltung entspricht. Selbsterfüllende Prophezeiungen. Ein trauriger Klassiker.

Insgeheim fühlen wir uns dann sogar noch bestärkt, weil wir ja schon von vorne herein wussten, es wird schief gehen.

Wir füttern uns jeden Tag selber mit negativen Überzeugungen: Das schaff ich nicht, das ist ne Nummer zu groß für mich, so weit bin ich noch nicht, das ist zu riskant, das könnte schief gehen, ich spiel lieber die sichere Nummer.

Wie schade.

Was wir wohl alles schaffen würden, wie gut wir uns fühlen würden, wenn wir einfach mehr von einem Erfolg ausgehen würden. Mal eine Überlegung wert, oder?

Warum bauen wir immer nur unsere Freunde auf, unsere Kinder und Familie? Du schaffst das! Du kannst das! Ich glaub an dich! Mach gar nichts, wenn es schief geht!

Warum machen wir das so selten für uns selbst?

Wir stehen uns schon bei den kleinsten Dingen jeden Tag selber im Weg.

Eine Weile anders ernähren? Ne das schaffe ich nicht…

Dieses Buch diesen Monat fertig lesen? Ne das wird nichts…

Das  Hobby anfangen, dass ich schon immer mal ausprobieren wollte? Mache ich lieber nicht…

Beobachte dich mal. Wie oft traust du dir etwas zu und wie oft sagst du zu dir selber, „ach nee lieber nicht“.

Wir reden uns ein, der Grund sich dagegen zu entscheiden, liegt an etwas „Übergeordnetem“, wie Zeit, Regeln oder Sicherheit, dem wir uns beugen müssen.

Aber nein, das sind wir tatsächlich selber. Unser Kopf trickst uns aus und hält uns zurück in der Komfortzone, wo „nichts“ passieren kann.

Dabei ist nichts das Schlimmste, was uns passieren kann.

Dort sitzen die Lebensmüdigkeit und Monotonie, der Selbsthass, das Bereuen, dass wir etwas nicht getan haben. So viel „hätte ich mal“ und „wäre ich doch“.

Wir scheuen uns selber vor so vielen Dingen. Lassen uns eher  vom inneren Kritiker führen, anstatt diese zurückhaltenden Überzeugungen zu ignorieren.

Wir schieben die Schuld auf anderes und andere, aber es liegt wirklich bei uns. Wir können entscheiden, ob wir über etwas positiv oder negativ denken. Unser Kopf veräppelt uns. Wir sollten ihn aber veräppeln!

Diese Erkenntnis gewonnen, habe ich beim Sport. Immer plärrt mein Kopf – Hör auf! Noch 5 mehr schaffst du nicht, noch 10 Minuten packst du nicht!

Dann habe ich mal aufgehört auf diesen inneren Kritiker zu hören und habe nur auf meinen Körper geachtet. Ich konnte schließlich noch atmen, mir war nicht schwindelig oder schlecht. Ich schwitze – ja, die Muskeln brennen – ja, aber es tut nichts weh und wenn ich nicht auf das achte was mein innerer Kritiker sagt, dann gehen doch noch 5 mehr, dann schaffe ich doch noch 10 Minuten mehr.

Es liegt also doch bei mir, wie ich über etwas denke. Ich bin nicht dieser innere Kritiker. Ich kann lernen ihn abzuschalten, nicht auf ihn zu hören. Wie ein sehr treffendes Zitat so schön sagt:

„Ob du glaubst, ob du es kannst oder nicht – du wirst Recht haben.“

Offensichtlich geht die Welt ihren Weg der Destruktion. Überschwemmungen, Hitzewellen, Pandemie… Wir sollten nicht so naiv sein und denken, dass dies signifikant abnehmen wird in den nächsten Jahren.

Nimm das als Anlass, um dich gegen den Herrn Negativ zu entscheiden und dein Leben ehrlich ausgiebig zu leben und dich zu trauen ohne auf den Kritiker zu hören oder Angst vor äußeren Meinungen zu haben.

Schau dir nur an, wie rasant und radikal die Welt sich ändert. Mach du es auch. Lebe so, wie du es willst. Es wartet keiner auf dich!

Der gute alte Spruch „Das mache ich später – nach der Arbeit, nach den Kindern, nach der Absicherung…“, der zieht nicht mehr. Später, wird nämlich alles anders sein.

Entscheide dich für das was du willst und ziehe es durch. Stelle dich einfach darauf ein, dass auch mal schwere Zeiten kommen, denn die kommen immer. Nimm es einfach an und erfreue dich daran, denn das heißt, dass etwas in Bewegung ist, dass das was du willst auf dem Weg ist, in der Mache ist. Denn nur was sich bewegt geht durch Höhen und Tiefen.

Alles andere schnarcht in der Monotonie und wahrscheinlich weit unter deinem Potential.

Ich hoffe, ich bleibe meiner Überzeugung treu und höre demnächst immer mehr ¡Que positiva!“ von Ruy.

Bis bald

Saludos y un besito

„Ob du glaubst, ob du es kannst oder nicht – du wirst recht haben“ SALUD! Tropical – DAS kanarische Bier aus Gran Canaria.
Ich freue mich über deine Bewertung!
So gehts: Für x Sterne, den xten Stern von rechts anklicken

Eine Antwort auf „2.22 ¡Que negativo!“

So wahr, was du sagst! Und ein bisschen passt das zu unserem Gespräch gestern Abend 😘👌🏽 Hast du toll geschrieben…. ❤️

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.