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2.21 Verantwortung übernehmen

Alle sind glücklich die Gegebenheiten unserer Welt zu nutzen. Vielleicht darf ich sogar so weit gehen und sagen auszunutzen. Wir alle tun es ja. Die meisten sind sich auch voll bewusst darüber. Wirklich verantwortlich fühlen sich trotzdem nur die wenigsten dafür.

Viele dieser Entscheidungen, die unsere Welt negativ beeinflussen, habe ich nicht gefällt, denkt sich sicher der ein oder andere. Viele dieser Strukturen und Ansichten, ich nicht erschaffen. Sondern Generationen vor mir. Trotzdem sind wir heute auch ein agierender Teil davon.

Meiner Meinung nach wird bereits schon in der Schulzeit versäumt, ein gewisses Pflichtbewusstsein an uns heranzutragen. Auch wir müssen Verantwortung übernehmen, für die Umstände in denen wir uns jetzt befinden. Auch, für die Entscheidungen, die Generationen vor uns gefällt haben.

Wir sind ein Teil von einem System und natürlich mehr als froh, alle Vorzüge vom Menschsein zu genießen und wahrzunehmen.

Es sind Errungenschaften der Menschheitsgeschichte, von denen wir heute profitieren, die Generationen vor uns erreicht haben. (siehe zu diesem Thema auch Artikel 27.Dankbarkeit, bist du noch da?)

Wir leben nicht nur in diesen geschaffenen Verhältnissen, sondern wir sehen es auch als unser Recht an, einen uneingeschränkten Zugang zu ihnen zu haben.

Leider wird oft übersehen, dass Rechte haben, mit Verantwortung übernehmen einhergeht.

Ich rede von einer weitreichenden Fürsorgepflicht, die oft gerne von einzelnen Individuen von sich gewiesen wird, eben weil sie nichts mit dem eigenen, akuten Wohlbefinden oder dem Ablauf ihres Alltages zu tun hat.

So selten werden wir wirklich mal dazu angehalten in unserer Gesellschaft einen Beitrag zu leisten. Einen, der über den Beitrag, den wir in unserem Beruf oder Familien leisten, hinausgeht. Andere zu schützen zum Beispiel, an einem Strang zu ziehen.

Niemand zwingt uns dazu, bei Fridays for Future mitzulaufen, weniger Fleisch zu essen, bei Greenpeace zu spenden.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der es durchaus möglich ist diese Dinge einfach zu ignorieren, wenn man das gerne möchte.

Nun erschütterte die Welt eine Pandemie. Das lässt sich leider nicht einfach ignorieren und plötzlich wurde ein bisschen Einsatz von jedem verlangt.

Die sichtbarste Aufforderung sind wohl die Masken, die wir tragen sollen, um uns und vor allem andere zu schützen. Es ist ein Zeichen der Fürsorge für andere und Respekt. Ausnahmsweise mal, sollen wir dem Allgemeinwohl genauso viel Aufmerksamkeit schenken, wie uns selbst. Einen Beitrag leisten, bitte Maske tragen so lange notwendig.

Umso trauriger zu sehen, dass wenn es heißt „zurückgeben“, oft lieber diskutiert wird, als sich einfach verantwortlich zu fühlen, als Mensch.

Als Mensch, der alle Vorzüge (aus)nutzt, die unsere Welt zu bieten hat. Eine Welt, die in einem Ausmaß zurückzuschlagen scheint, dass es nicht mehr zu ignorieren ist.

Was ist das Mantra des Menschseins: Nehmen ja, geben nein…?

Es wäre doch so simple. Du trägst nämlich immer eine Verantwortung. Nicht weil du zu den Privilegierten gehörst, sondern weil du ein Mensch bist.

Ich weiß, dass es uns beigebracht worden ist, so zu leben, wie wir leben. Aber Mensch sein heißt auch Weiterentwickeln. Wenn es die Technik, die Wirtschaft und die Medizin tun, muss es auch unser Gedankengut tun.

Wir sind jetzt dran. Unsere Ressourcen müssen zur Abwechslung mal „genutzt“ werden.

Nach der jahrelangen Annahme, es ist alles okay damit wie man lebt, trifft es, jetzt plötzlich einsehen zu müssen, dass das leider nicht der Fall ist. Es scheint fast unfair, umdenken zu müssen.

Nichtsdestotrotz sollten wir uns an den Gedanken gewöhnen. Jeder muss sich in die Verantwortung nehmen. Und wenn das gerade in Form von Maske tragen symbolisiert wird, dann ist das so.

So viele Menschen werden in ihrem Leben getrieben von diesem Verantwortungsgefühl und machen es zu ihrer Aufgabe sich für die Welt, die Gesellschaft Mensch einzusetzen. Ein Glück! Wo wären wir ohne sie? Aber wir können uns nicht mehr nur auf den Taten anderer ausruhen.

Zu viele von uns fühlen sich einfach nicht ausreichend angesprochen. Wir gestalten ein schönes, erfolgreiches, gemütliches Leben. So vieles „geht uns nichts an“, so sehen wir es.

Wir haben schließlich die Entscheidung nicht getroffen, wir leben nicht in dem Land in dem dieses oder jenes Problem herrscht, wir haben mit „der Sache“ nichts zu tun, wir haben unsere eigenen Probleme, wir haben nicht die finanziellen Mittel um „anders“ und angepasster zu leben, wir müssen unseren eigenen Hintern retten und sparen lieber dafür Energie und Ressourcen.

Meiner Ansicht nach leider falsch.

Es geht uns immer etwas an. Auch wenn wir es nicht hören wollen, weil es zu unbequem ist wahrzuhaben. Es ist immer auch unser Problem und wir sind immer auch Teil davon, solange es auf Planet Erde stattfindet.

Wir sind Teil eines großen Gruppengefüges und profitieren von diesem Zustand, das ist ein großes Glück. Also sollten wir uns auch nicht benachteiligt, betrogen oder gehetzt fühlen, wenn wir um Einsatz gebeten werden.

Es verhält sich so mit Themen rund um die Corona Pandemie, aber auch mit anderen entscheidenden globalen Themen.

Wir sehen unser Recht darin herumzureisen und alles zu erkunden auf diesem Planten, was er uns zu bieten hat. Wir lieben ihn, er fasziniert uns.

Wir leben in Gesellschaften mit Werten und Gesetzen, um friedlich miteinander leben zu können.

Das ist ein unanfechtbarer Standard für uns.

Nun ist unser Planet am Leiden. Seine Vielseitigkeit und Schönheit verendet so langsam. Er verändert sich auf erschreckende Weise und in schneller Zeit. So sehr, tatsächlich, dass menschliche Lebenskonditionen in Bedrohung geraten. Es sind diese Nachrichten von 50 Grad Celsius, Tornados, Überschwemmungen.

Es sind auch soziale Brennpunkte, die Verantwortung und menschliche Integrität verlangen. Mehr denn je.

Menschen werden angefeindet, weil sie PoC sind, weil sie homosexuell sind. Heute noch! So viel zu unserem Gedankengut das sich schnellstmöglich weiterentwickeln sollte.

Unsere schöne Erde und das respektvolle soziale Gefüge in dem wir leben (wollen), sind also unter Beschuss, schon so lange und leider immer wieder.

Aber warum immer wieder?

Weil es wir sind, die immer wieder meinen, wir haben damit nichts zu tun, wir müssen uns nicht dafür einsetzten.

So lange wir so denken, dürfen wir uns auch nicht über die negativen Ereignisse beschweren. Wer sich nicht verantwortlich fühlt und zu etwas Einsatz bereit ist, hat auch kein Recht mehr sich zu beschweren, oder ist es nicht so?  

Man bekommt die Welt nicht besser gemeckert.

Mensch sein heißt nun mal (leider) auch Konsequenzen tragen, für das was auf der Welt passiert, auch wenn man die Schuld des Geschehenen nicht direkt bei sich sieht.

Wir werden nun dazu angehalten, anerzogene Verhaltensweisen zu überdenken dem großen Ganzen zur Liebe.

Natürlich fühlt sich das erst mal unfair an. Aber man darf nie vergessen: tut man Gutes, wird es Früchte tragen, von denen man auch selbst etwas hat.

Verantwortung übernehmen im Lauf der Menschheitsgeschichte, das war schon immer eine „unfaire“ Sache. Unsere Kinder müssen einmal die Verantwortung übernehmen, für das was wir verzapfen.

Viele junge Menschen mussten in den Krieg ziehen, weil jemand für sie das so entschied und die Nachkriegsgenerationen müssen auch Konsequenzen von Entscheidungen tragen, mit denen sie nichts zu tun hatten.

So ist es nun mal. Ich finde, mit diesem Wissen, sollten wir tun was in unserer Macht steht, um unsere Folgegenerationen so wenig wie möglich unter den Handlungen früherer Generationen leiden zu lassen.

Oder nicht?

Bis bald

Saludos y un besito

Roque Nublo, Gran Canaria. 2018
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Eine Antwort auf „2.21 Verantwortung übernehmen“

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