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2.17 Insta.Gramm, Kilo, Schwergewicht

Die Sozialen Medien sind ein Schwergewicht der Gesellschaft geworden. Das hat seine Vor- und Nachteile – wie alles im Leben. Mich erschreckt es aber manchmal. Wir haben den Platz von Selfies, Likes und Posts in unserem Leben so widerstandslos angenommen, nun spiegelt er die Normalität wieder. Aber ist normal, immer gut? Ist das gut genug für unsere Kinder?

Ein einfacher Spaziergang durch die Stadt, eine Wanderung durch schöne Landschaften, ja sogar der Ausflug zum Strand, machen deutlich, wie abhängig wir von den Sozialen Medien und ihren genialen Strategien sind.

Überall werden die Handys gezückt zum Posen, Posten und TikToken.

Ich glaube vor allen Dingen die Generationen, die mit Social Media aufwachsen, empfinden es als schier unmöglich einen tollen Tag oder ein gutes Essen, ohne eine digitale Dokumentation, zu erleben. (Wenn ich mit dieser Aussage falsch liege oder es schon starke Gegentrends gibt- umso besser! Ich würde mich hier gerne irren)

Es scheint als könnten wir nicht mehr einfach nur einen schönen Tag verbringen. Nein. Wir müssen dokumentieren. Wir müssen festhalten und für alle anderen sichtbar machen, sonst schmeckt das Essen nur halb so gut und sonst ist der Urlaub auch nur halb so besonders.

Ein paar Generationen ausgeschlossen, betrifft es heutzutage die meisten von uns. Alles was du brauchst ist ein Smartphone und das hat mittlerweile eigentlich jeder.

Eine Teilnahme an der Social Media Welt ist kostenfrei, jeder kann, jeder darf, jeder soll – that’s the beauty of it.

Muss man das einfach so akzeptieren, was wir für eine Gesellschaft geworden sind?

So viel Zeit, die wir in unsere digitale Präsentation stecken… Eine Präsenz, die uns nur von der besten Seite zeigt. Verlernen wir so nicht vielleicht uns so zu mögen, wie wir wirklich sind? Mit dem Ich zufrieden zu sein, dass nicht im perfekten Winkel steht, keinen Filter trägt und an einem normalen Arbeitstag eventuell nur mit einem Lächeln, anstatt mit 100 Likes bedacht wird.

Es sind die jungen Köpfe, die noch so viele unfertige Meinungen innehaben, die mir manchmal Sorgen machen.

Sie wachsen nämlich mit dem Gedanken auf, keinen Tag ohne ein perfektes Foto verbringen zu können.

Sie müssen heute immer präsent sein. Können Sie überhaupt noch nichts tun? Das fällt ja mir schon schwer!

Das müssen wir ihnen zeigen. Wir müssen ihnen vormachen, das nichts tun, auch vollkommen okay ist. Mal innehalten, nur die eigenen Gedanken hören und nicht auf das leise Bing der eintrudelnden Likes warten.

Wie in Artikel 2.5 Postkartendilemma zu lesen, war ich bis ich 20 war, komplett „smartphone-los“. So wachsen Kinder heute allerdings nicht mehr auf.

Man liest vom Stresspotential der Sozialen Medien und wie viele Krankheiten sich in solchen gestressten Körpern und Köpfen entwickeln.

Folgen Generationen von chronisch Kranken und mental Erschöpften? Die sollen unsere zukünftigen World Leader sein und sich für den kaputten Planeten einsetzen? So schlimm wird es bestimmt nicht. Trotzdem lassen viele Studien aufschrecken.

Ich persönlich finde immer wieder viele tolle Inhalte auf Social Media, die mich inspirieren und die mich wachsen lassen. Auch Inhalte, die von deutlich Jüngeren kreiert werden. Es gibt so viel Tolles und Hilfreiches da draußen!

Dennoch, wenn ich am Strand junge Mädels sehe, die anstatt zu baden, sich zu sonnen oder miteinander zu quatschen, erst mal die Haare und das Make-Up zurechtmachen, um dann für TikTok zu tanzen oder in Slow Motion ins Meer zu laufen, bekomme ich einfach zu viel.

Genauso, wenn das Glätteisen eingepackt wird, um auf den Bildern beim Campingausflug zu glänzen. Auch das ist eine Form von Glamping.

Es ist für mich persönlich verunsichernd zu sehen, wie viele von uns von Social Media durch den Tag gelenkt werden.

Wie war das mit Bill Gates, Impfung und Microchip? Haben sich da nicht so viele vor gefürchtet?

Fürchtet ihr euch auch vor Zuckerberg und Co., die mit ihren Apps und Strategien schon längst jeden eurer Tage bestimmen?

Zweifelt ihr an der Rolle der Politik in der Impfkampagne? Habt ihr Angst vor einer Impfpflicht? Hinterfragt ihr dann auch wie euch Social Media jeden Tag in „die Pflicht“ nimmt?

Alles externe Einflüsse, aber weil wir das eine mitgestalten, haben wir das Gefühl wir sind die Beeinflusser und nicht die Beeinflussten.

Es muss sich keiner angegriffen fühlen, denn keiner kann dafür etwas. Es muss sich keiner rechtfertigen, denn jeder soll machen wie er will.

Ich verteufle die Sozialen Medien auch nicht, ganz im Gegenteil. Aber ich habe manchmal auch solche Gedanken und Fragen im Kopf und auch wenn sie unangenehm anzusprechen sind, beschäftigen sie den ein oder anderen vielleicht auch.

Fakt ist, heutzutage kehren wir unser Inneres nach außen.

Selbst die Introvertierten sind extrovertiert (jedenfalls in der digitalen Welt). Natur ist „Background“ geworden und historische Gebäude „einen Post wert“.

Mein Freund Ruy ist der Meinung, es wird ein Gegentrend entstehen – so wie es immer passiert. Das wäre doch schön.

Vielleicht sollten wir anfangen in unseren Schulen den Kindern nicht nur den Dreisatz und die Gedichtsanalyse beizubringen, sondern auch wie sie socially engaged und trotzdem wie sie selbst durchs Leben gehen können…?

Bis bald

Saludos y un besito

Mogán, Gran Canaria
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3 Antworten auf „2.17 Insta.Gramm, Kilo, Schwergewicht“

Ich möchte Dir 5 Sterne geben und habe versehentlich auf den ersten geklickt 😕Dein Artikel ist toll, komplett wahr, und da Du zu der Generation der ‘Liker’ gehörst macht er Hoffnung, dass die Anzahl derer , die Social Media auch kritisch sehen wächst. Eine verblödete „Poster-Generation“ kann die Probleme unserer Zukunft nicht gestalten…

Ich bin schwer beeindruckt, denn Du erreichst die Herzen Deiner Leser, was nur gute Schriftsteller können! Vielleicht solltest Du einer werden.

Ich bin schwer beeindruckt, denn Du erreichst die Herzen Deiner Leser, was nur gute Schriftsteller können! Vielleicht solltest Du einer werden.
…es sollten eigentlich 5 Sterne werden, habe mich vertan

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