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2.16 Ein Träumchen – Das ist nichts gegen dich

Vorab sei erwähnt, dass ich in meinen Artikeln, der Einfachheit halber und zu Gunsten des literarischen Klanges, nur die männliche Personenbezeichnung verwende, damit aber auch die weibliche Form abgedeckt sein soll.

Wir alle haben sie. Träume. Bereits in Artikel 17.Traum, Partner, Kompromiss, habe ich thematisiert was wohl passiert, wenn auf Träume eine Partnerschaft folgt und wie wichtig Kompromisse in diesem Zusammenspiel sind. Ein wunderschöner Artikel, wie ich finde, auch wenn ein bisschen länger. Komplexe Themen, verlangen einfach mehr Worte. Wer nochmal genauer in dieses Thema reinschauen mag, benutzt einfach den oben stehenden Link.

Diesen Artikel, möchte ich nutzen, um nochmal auf individuelle Träume zu sprechen zu kommen. Sie sind so wichtig, sie verdienen sich einen zweiten Artikel. Was mich und Ruy angeht, so sind persönliche Träume ein großer Bestandteil von unserer Beziehung. Sie springen mir andauernd ins Gesicht. Er hat seine Herzenswünsche und ich habe meine. Das sind nicht immer unbedingt die gleichen – und trotzdem, vielleicht genau deswegen, sollten sie auf keinen Fall untergehen in einer Partnerschaft. So sehen wir das.

Die große Frage ist und bleibt ja immer, ob man seine Träume aufgeben sollte für das Wohl der Beziehung oder ob man sich damit selbst verrät…?

Grundsätzlich muss das jeder für sich selbst entscheiden. Wie schon so oft erwähnt, dieses hier sind meine persönlichen Meinungen, kein Patentrezept für Jedermann.

Ruy und ich reden sehr oft über unsere persönlichen Träume. Wir beide sind Abendteurer und wie solche träumen wir auch. Wir haben Hoffnung, dass wir sie auch irgendwann verwirklichen können – so unerreichbar oder verrückt sie vielleicht auch sein mögen. Und wenn nicht, hat man wenigstens schon mal von ihnen gesprochen und sie bleiben nicht ein Leben lang verborgen.

Fakt ist, dass ich es als großes Gut empfinde, meinem Freund meine Träume überhaupt anvertrauen zu können, so wie er mir auch seine gerne anvertraut. Wir würden niemals lachen oder sie nicht für voll nehmen. Vielleicht ist man mal überrascht, gar schockiert. Trotzdem ist es nicht gelogen, wenn ich sage, dass wir genauso an die Erfüllung der Wünsche des anderen  glauben, wie an die Erfüllung der eigenen.

Die Träume, die ein Mensch hegt, sind zuweilen „egoistisch“, und haben nichts mit der Person zu tun, mit der man in einer festen Partnerschaft steckt.

Dass sie so persönlich und ich-konzentriert sind, bedeutet aber nicht, dass einem die eigene Beziehung, der eigene Partner egal ist. Das ist der Fehler, den viele Menschen begehen. Sie denken, sie dürfen nicht mehr egoistisch träumen, sie dürfen nicht mehr selbstbezogen wünschen, sobald sie einen Partner haben (geschweige denn Kinder), für den sie nun auch Verantwortung tragen.

Ab diesem Zeitpunkt wird nur noch das gewünscht, wovon beide profitieren? Was ein arger Verlust. So viele tolle Wünsche, die da schon den Bach runtergegangen sind, nur weil man nicht egoistisch sein wollte.

Ich habe mir einen Leitsatz zurechtgelegt, denn ich möchte nie wieder für jemanden meine Träume aufgeben. An dieser Stelle sei erwähnt, dass man natürlich auch mal Kompromisse eingehen muss, natürlich nicht mit dem Kopf durch die Wand soll und den Partner auf dem Weg zur Verwirklichung des Traumes vergessen. Aber warum sollte man sich nicht mal mitteilen, seinen Herzenswunsch verraten und dann mal sehen was passiert. Es ist überraschend befreiend, seine Träume einfach nur mal loszuwerden.

Mit jedem Herzenswunsch, den Ruy mir verrät, verstehe ich ihn ein kleines bisschen besser. Obwohl ich manche seiner Wünsche nicht teile, würde ich einen Teufel tun und ihn auch nur von einem dieser Träume zurückhalten, wenn er die Möglichkeit hat ihn sich zu erfüllen.

Daraus erschließt sich mein Leitsatz: Meine Träume sind nichts gegen dich, es sind einfach meine Träume.

Ich möchte meinem Partner die Freiheit lassen zu träumen und diese Träume zu verwirklichen. Ich möchte niemandem die Flügel stutzen. Genauso würden wir es doch auch für unsere Kinder wollen. Genauso möchte man auch selbst behandelt werden.

Wir sollten unseren Vorteil daraus ziehen, in einer so freien Gesellschaft zu leben, in der wir träumen und uns trauen können, so wie wir das wollen.

Vor allen Dingen Frauen haben jahrelang dafür gekämpft (zu diesem Thema s.a. Artikel 27. Dankbarkeit – bist du noch da?) und tun es immer noch. Unsere Träume können jetzt unser Lebensinhalt sein und wir können uns von ihnen leiten lassen, anstatt von Ehemännern oder veralteten, geschlechtstypischen Rollenerwartungen.

Ich und Ruy jedenfalls wissen, dass, wenn es zu persönlichen Herzenswünschen kommt, wir auch egoistisch sein dürfen. Wir wissen meine Träume sind nichts gegen dich.

Ich hoffe ganz viele Paare denken so und teilen sich mit, finden gemeinsame Träume und unterstützen Wünsche, mit denen sie selber gar nichts zu tun haben.

Am Ende gehst du nämlich immer alleine von dieser Welt – nur deine Träume (erfüllt oder nicht) gehen mit dir.

Wie sagt meine Oma immer so schön mit ihren stolzen 98 Jahren? „Mach das Beste aus deinem Leben, Fine. Es ist so kurz.“

Bis bald

Saludos y un besito

Ein Traum von Insel.
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Eine Antwort auf „2.16 Ein Träumchen – Das ist nichts gegen dich“

So schön geschrieben Fine… ich hoffe Ruy kann sich den Artikel auf spanisch übersetzen 😋… ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️ 5 Sterne 👌🏽

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