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2.12 „Das ist nicht verrückt, das sind meine Gefühle“

Alles was du fühlst hat eine Berechtigung für dich. Das ist ein Fakt. Deswegen beharren wir auch meistens erst mal auf unserer Meinung oder werden schlimmstenfalls von anderen als Sturkopf betitelt.

Unsere eigene Meinung, entspringt unserem Glauben und unseren Werten. Wenn ich an das Gute im Menschen glaube, dann wird dieser Wert in meiner Meinungsbildung immer eine Rolle spielen.

Es ist ein ewiger Kreis, denn auch unserer geformten, verinnerlichten und ausgesprochenen Meinung, schenken wir wiederrum erst mal unseren Glauben. Wir empfinden sie für richtig und wahr, auch wenn wir uns später vielleicht umstimmen lassen.

So oder so ähnlich erkläre ich mir, warum wir in den meisten Fällen auch unsere Gefühle nicht hinterfragen. Ein Ereignis, ein Wort, ein Bild oder ein Mensch hat etwas in uns ausgelöst und das ist ein echtes Gefühl. Kein Außenstehender darf behaupten, dass das was ich fühle nicht echt, erfunden oder aufgesetzt sei.

Einzig und allein aus dem Grund, da das Gefühl in mir entstanden ist, genießt es in diesem kleinen Kosmos auch eine hundertprozentige Daseinsberechtigung.

Diesen individuellen Beschützerinstinkt gegenüber seinen Gefühlen trägt jeder Mensch in sich. Wir wissen, dass alles was wir fühlen, für uns selbst eine Berechtigung hat. Sogar ein Serienkiller, empfindet sein Gefühlsleben als richtig und normal.

Ungeachtet dieser inneren menschlichen Überzeugung, urteilen wir doch trotzdem andauernd übereinander. Und ich meine in diesem Fall nicht den Klamottenstil von der da drüben oder das lautstarke Lachen von dem da.

Ich rede davon, wie oft wir unser Gegenüber als „verrückt“ oder sein Gesagtes als „Blödsinn“ abstempeln. Aber es ist eben nicht verrückt. Es ist, was in ihm ausgelöst wurde und das hat für ihn, wie erwähnt, eine absolute Daseinsberechtigung.

Wir wollen nicht gesagt bekommen, dass das was wir empfinden verrückt, ergo falsch ist. Wir wollen, dass es akzeptiert wird, als individuelles Gefühl, auch wenn es nicht im Entferntesten mit den Empfindungen des anderen übereinstimmt.

Wie oft wurden Kinder nicht ernst genommen, Frauen verhöhnt oder Männer verspottet, weil sie kein anderes Argument hatten, als „Ich habe mich einfach unwohl gefühlt“ oder „Mein Bauchgefühl hat mir gesagt, es ist falsch“.

Aber natürlich, wenn ein jeder überzeugt davon ist, dass die eigenen Gefühle, die richtigen sind und die eigene Meinung die einzig wahre, dann wird es immer Reibereien geben, denn ein jeder beharrt auf diesem Recht.

Aber ich hoffe, dass jedes Mal, wenn man sich nun sagen hört „Das doch bescheuert, wie er sich aufführt“ oder „Die ist doch verrückt, das so zu verstehen“ ,eine Alarmglocke angeht und man sich erinnert: es ist nicht verrückt, es ist was das Gegenüber fühlt.

Es ist nicht immer „nur eine Phase“, wenn ein Kind Unwohlsein äußert.

Es ist nicht Klischee, wenn eine Frau sich beobachtet fühlt.

Es ist nicht lächerlich, wenn ein Mann sich kontrolliert fühlt.

Nichts sollte abgetan werden, als eine „Gefühlsduselei“, denn in der Person, in der diese Duselei entstanden ist, ist es eine gelebte und empfundene Wahrheit.

Ich sage nicht, lasst uns nun jedes Gefühl auf die Waagschale legen und überdramatisieren, aber wir sollten für all die von unserem Umfeld uns mitgeteilten Gefühle ein Ohr haben (so lächerlich wir sie auch zu finden scheinen) und lernen ein Gehör für die ganz wichtigen zu entwickeln.

Denn wenn ein Gefühl schon mal geäußert wird, dann sollte man es auch nicht nochmal untergehen lassen.

Es gibt nichts Schöneres auf der Welt, als gesagt zu bekommen „Es ist absolut okay, was du fühlst und es gibt eine Lösung auch wenn nur du es verstehst.“

Bis bald

Saludos y un besito

Tilos de Moya, Reserva Natural, Gran Canaria
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