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2.9 Haushaltshybrid

Es gibt Singles unter uns, die alleine einen Haushalt schmeißen und es gibt ihr Kontrastprogramm: die Pärchen, die zusammen leben und Haushalt irgendwo zwischen Alltäglichkeit und Streitfaktor einstufen.

Und dann gibt es noch die Hybride. Die Pärchen, die nicht zusammen leben oder eine Fernbeziehung führen. Auch ich bin ein Hybrid und ich sehe dies als einen Status an, den man genießen sollte, solange er besteht.

Denn Wohnsituation hin oder her – die täglichen Aufgaben des Haushaltes verlassen uns einfach nie. Ohne Rücksicht auf Lust und Laune machen sie täglich auf sich aufmerksam. Es ist ein stetiges Wiederholen. Kreislauf oder Teufelskreis? Man weiß es nicht. Nicht abzustreiten ist, es bedeutet Routine und gibt dem Individuum immer etwas „sinnvolles“ zu tun. Dennoch wird es erst richtig interessant, wenn ein Haushalt plötzlich zwei (oder mehreren)Geschmäckern entsprechend sein soll.

Wir Hybride, können hier einen interessanten Vergleich ziehen. Wir wissen wie es ist, der alleinige Herrscher im eigenen (Haushalts)Universum zu sein, sowie uns diese Position mit einer anderen Person teilen zu müssen. Das ist Fluch und Segen. Auf der einen Seite, findet die Zweisamkeit mit unserem Partner immer wieder ein kurzes Ende, dafür können wir aber ab und zu noch die Verschnaufpausen genießen, in denen unser Haushaltsstil nur unserem eigenen Geschmack entsprechen muss.

Ein Single-Haushalt hat eben nur einen Verwalter. Er wird bewohnt von nur einem Menschen, der seine Abläufe kennt und die Schiene fahren kann, die nur er für richtig hält.

Nun beherbergt die Wohnung eines Pärchens, im besten Fall, zwei Menschen, die sich dort heimisch fühlen, die aber beide ihren Takt angeben wollen. Jeder möchte nach seinem Empfinden und Geschmack leben und haushalten.

Mit zwei Menschen unterm Dach werden die täglichen Haushaltsroutinen um einiges ausladender und nehmen gleich eine viel größere Bedeutung im Alltag ein. Wenn man einen organsierten Haushalt will (und den Schuh muss ich mir anziehen), heißt das, jeden Tag den Kram zu beseitigen den zwei Menschen verzapfen.

Doppelt so viel Wäsche, doppelt so viel Geschirr, doppelt so viel Dreck…

Zugegeben diese Routinen verleihen dem Tag, der Woche eine Struktur, allerdings eine sehr eintönige. Oder kennt ihre eine Möglichkeit den Vorgang des Wäschewaschens oder des Geschirrspülens zu variieren? Es gibt keine. Und da scheiden sich eben die Gemüter. Zwischen denen, die darin eine beruhigende Beständigkeit sehen und denen, die es als eine zeitraubende Monotonie empfinden. Geschmäcker sind eben unterschiedlich.

Wenn Ruy und ich getrennt voneinander sind (die eine in Frankfurt und der andere Las Palmas), kann man sich sicher sein, dass wir beide das Beste aus unserer jeweiligen Hybridsituation machen.

Ruy hat dann sein Königreich und ich habe meins. Er kann sein Geschirr türmen lassen und ich kann meins, wie eine Wahnsinnige jeden Tag spülen. Er kann seine Lieblingsgerichte schlemmen und ich meine.

Und in den Zeiten, in denen die Hybride wieder ihre Zweisamkeit genießen und sich ihre Haushaltsroutinen wieder einspielen, fangen sie insgeheim an zu schmunzeln über die Art und Weise wie der jeweilig andere sein kleines Königreich so leitet.

Hybride genießen ihren Sonderstatus so lange er besteht und dann gehen sie irgendwann über in eine traute Vollzeit-Zweisamkeit, beziehungsweise in das Schlachtfeld der Geschmäcker.

Bis bald

Saludos y un besito

Las Canteras, Las Palmas
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