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34. Statistik: Freund oder Feind?

Egal was du tust in deinem Leben, auf kurz oder lang scheint einen immer wieder die Statistik einzuholen.

Wenn sie nicht in Zeitungen oder Internetportalen zu lesen ist, hört man sie im Radio oder von diesen berüchtigten Statistikliebhabern, die es an jeder Ecke zu geben scheint.

Ich spreche von jenen Personen, die jedes deiner Vorhaben, jede deiner Ideen erst einmal ordentlich durch die Statistik Suppe ziehen.

„Eigentlich muss man das schon vor 30 erreicht haben“

„Suchst du nur hier, bewirbst du dich nur da, hast du nur den Abschluss… dann kannst du das echt vergessen.“

„In der Regel dauert das länger als ein Jahr…“

Dies sind nur frei erfundene Sprüche, aber sein wir ehrlich, wir haben sie alle schon mal in dem ein oder anderen Moment in unserem Leben gehört, oder nicht?

Es sind diese Zahlenfanatiker, die sich jede Situation, jede Hürde und jeden Erfolg mit den neusten Statistiken erklären.

Ich stelle immer wieder fest, wie fatal es ist an eben solche Menschen mit ihren zahlenbasierten Meinungen zu geraten, wenn man selber ein Ziel vor Augen hat, dass man unbedingt verfolgen möchte und von dem man sich sicher ist, irgendwann wird man es erreichen.

Ob es ein lang- oder kurzfristiges ist, spielt keine Rolle. Man hat ein Ziel. Doch dieses wird kommentiert mit quantitativen Auswertungen, die dir dann folglich aufzeigen, wie unrealistisch und häufig unerreichbar dein Ziel ist.

Natürlich sind Statistiken sehr hilfreich. Sie können ein guter Guide sein und ein Entscheidungshelfer. Doch darf man nicht vergessen, dass Statistiken auf Entscheidungen und Lösungsfindungen für die breite Masse ausgelegt sind, und nicht für den Einzelfall.

Außerdem, gefällt mir eines nicht, und das sind die Ausflüchte und Ausreden, die mit Statistik begründet, und nur genutzt werden, um einem Kraftaufwand oder einem Wagnis aus dem Weg zu gehen. „Ne ich hab mein großen Traum dann nie verfolgt, weil das ist ja schon eher unrealistisch…“

Oft ist es bestimmt auch eine Portion Neid, weil sich jemand anderes traut, was du dir (mit Hilfe von Statistiken) erfolgreich ausgeredet hattest.

Ich kann jedem einzelnen nur wärmstens empfehlen, nicht an Statistiken zu denken und sich von ihren Fans auch nicht alles madig reden zulassen, wenn man ein Vorhaben verfolgt.

Mir kommt bei diesen Gesprächen immer ein Gedanke: „AUSNAHMEN bestätigen die Regel“. Wieso sollte ich denn nicht mein Herzblut reinstecken, wenn ich das möchte und verantworten kann? Wieso sollte ich denn nicht am Ende vielleicht sogar die Ausnahme sein?

Es gibt so viel mehr Möglichkeiten hinter den „Ja aber, in der Regel…“ Glaubenssätzen.

Die Menschen, die trotz statistisch gesehen schlechten Chancen, einfach probieren, finden auch wonach sie suchen.

Und an alle Statistikreiter da draußen: Wenn ihr euch hinter euren  Zahlen, Annahmen und Auswertungen verstecken wollt, gerne.

Wenn ihr nicht wagen wollt, weil die Statistiken sagen „du bist zu alt oder zu jung, zu arm oder zu reich, zu dick oder zu dünn, zu uninformiert oder zu schlecht ausgebildet. Der Markt, die Wirtschaft, die Politik, sagen aber…“ – ist das euer gutes Recht.

Mit gefallen aber die „Anti-Statistiker“, die so lange etwas versuchen bis sie zu jemand werden, über dem man sagt:

Sie ist die erste, die…

Er war einer der wenigen, der…

Die gegen aller Wahrscheinlichkeit, das erreicht haben, was sie wollten, obwohl die Statistiken immer sagten…nein.

Ich glaube nicht an Statistiken. Jedenfalls in den meisten Herzensentscheidungen, die ich treffe.

Ich lasse mich von meinen „unwahrscheinlichen“ oder „sehr geringen“ Chancen nicht aus der Ruhe bringen, denn diese illustrieren auch nur eine der möglichen Ausgänge der Situation.

Wenn ich mal wieder von einem weisen, selbsterklärten Statistiker beraten werde, atme ich einfach durch, nicke diese offensichtlich belegten Studien ab und denke mir nur: „So kann  es kommen, muss es aber nicht.“

Lasst euch nicht von Unwahrscheinlichkeiten und schlechten Chancen beirren. Wenn ihr eine Guideline braucht und lieber auf Nummer sicher geht, vertraut in Zahlen und Fakten. Dann sind sie gut genutzt und sinnvoll eingesetzt. Wenn ihr aber sehen wollt, welche Chancen fernab des Papiers, der Graphen und der Säulendiagramme liegen, dann entscheidet einfach ab und zu entgegen aller Widrigkeiten.

Ganz nebenbei: Hätten Ruy und ich das nicht getan, würde es uns wahrscheinlich gar nicht geben.

Bis bald

Saludos y un besito

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