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31. Kein Urlaub ohne Stress oder Stress ohne Urlaub?

Urlaub. Wir brauchen ihn, wir haben Sehnsucht nach ihm, wir machen ihn zu unserer Top-Priorität jedes Jahr. Allein diese Auflistung verursacht schon ein wenig Stress in mir. Sie impliziert doch, dass wir ohne ihn ziemlich aufgeschmissen, oder zumindest ziemlich arm dran sind.

Urlaub soll uns gemütvoll stimmen, zufrieden und dankbar. Eine Belohnung eben für unser ereignisreiches Dasein und unsere vollgepackten Alltage.

Dennoch, auch so ein Urlaub will geplant sein. Manchmal macht man ganz verrückt auf „Wir buchen gar nichts und schauen was passiert“ oder aber man weiß bereits wo man schläft und was man besichtigen wird. Welche beider dieser Richtungen man auch einschlägt, auch wenn es abgeschwächte Formen dieser sind, sie garantieren beide ein wenig Stress. Es kommt wohl auf den Typ Mensch an, welche der beiden Herangehensweisen einem besser taugt. Und doch liegt auch in einer Planung und dem Vollzug des Urlaubes immer ein bisschen Druck. Aber warum?

Das liegt wohl daran, dass wir unseren Alltagsstress, die To-do-Listen, das Kindergeschrei, das Gebrabbel unseres Kollegen und unsere tausend Gedanken wohl erst mal mit in die wohlverdiente Freizeit nehmen. 

Sagen wir nicht immer: „Erst nach der ersten Woche bin ich so richtig runtergekommen und konnte mich entspannen“? (Wenn einem überhaupt mehr als eine Woche am Stück gegönnt ist).

Wie geil wäre denn das, wenn man vor seinem Urlaub all seinen belastenden Scheiß in eine Kiste packen könnte, diese unter das Bett oder auf den höchsten Schrank schiebt und sie erst wieder unter die Lupe nimmt, wenn man aus dem Urlaub zurückkommt. Aber dann ganz langsam, Stück für Stück – Zettel für Zettel. Welch ein Traum!

Vielleicht hilft die Vorstellung allein ja schon. Vielleicht müssen wir unseren Scheiß einfach davor in eine mentale Kiste packen und hoffen, dass er da bleibt und nicht in den Urlaub hinterher geflattert kommt. Einen Versuch wäre es wert, verlieren tut man nichts.

Wir können uns auch wirklich keinen Vorwurf machen. Wir haben uns ein System und eine Lebensweise erschaffen, die uns schon einiges abverlangt. Den Großteil des Jahres sollen wir an unserer Karriere arbeiten und im Privatleben funktionieren und dann – ZACK – mal eben alles abschalten und runterfahren für ein paar Tage, um dann danach wieder auf Hochtouren zu fahren. Natürlich klappt das nicht einfach so und ohne Mehraufwand. Ich denke wir müssen einfach geduldiger mit uns sein und uns nicht verurteilen, wenn auch noch bei Strand, Sonnenschein und Sightseeing der Schädel brummt und arbeitet.

Sobald wir uns nicht mehr für mitgebrachten Stress verurteilen, wird er auch schneller von dannen ziehen und uns Exotik und Entspannung genießen lassen.

Und die mentale Kiste nicht vergessen. Ich werde das beim nächsten Urlaub sicher mal ausprobieren.

Gerade wer seinen Urlaub zuhause verbringt, wird es schwerer empfinden abzuschalten. Meist tut ja der Tapetenwechsel schon einen Großteil der Arbeit. Aber auch in der alt gewohnten Umgebung kann es prima klappen – man bedenke allein was man sich an Planung und Buchungen spart, wenn man die eigenen vier Wände nicht verlässt.

Genießt euren Urlaub – egal wo! Und falls ihr das schon hinter euch habt, schwelgt in Erinnerungen! Von denen könnt ihr ewig zehren und somit jederzeit in eine kleine Auszeit zurückkehren.

Dieser Artikel entstand im wohlverdienten Urlaub, natürlich ohne Stress, da wir waren schon in unserer zweiten Woche waren.

Bis bald

Saludos y un besito

Mit einem „Tropi“ in Venedig
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