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30. Dein Ozean, sind meine tausend Straßen

Wir können uns ins Auto setzten und in x-verschiedene Länder fahren. Allein angrenzend an Deutschland sind es neun an der Zahl, doch mit denen hört es ja nicht auf. Es scheint als seien unsere Möglichkeiten grenzenlos. Tausende Straßen, tausende Möglichkeiten.

„Wenn ich in Deutschland leben würde, wäre ich nie hier!“, verkündete mir Ruy kürzlich. Er würde bei jeder Gelegenheit ins Auto steigen, von Land zu Land düsen und sich damit viele Träume erfüllen. Für einen reiselustigen Menschen ist ein Leben Mitten in Europa wirklich ein Segen. Noch nie war ich mir dieses Vorteils so bewusst wie jetzt. Schon immer genutzt ja, aber noch nie wirklich realisiert, wie besonders es eigentlich ist. Noch bevor ich laufen konnte, war ich mit meiner Familie per Auto schon unterwegs Richtung Holland – für mich wurde es zu einer Selbstverständlichkeit.

Für Ruy ist das so unglaublich, wie für mich die Vorstellung jeden Tag nach der Schule einen Zeh in den Atlantischen Ozean stecken zu können. Trotzdem sind wir beide genauso aufgewachsen. Er planschte im Atlantik während ich mit meiner Familie im Auto auf dem Weg nach Holland oder Italien war.

Als Kind, vor allem als Teenager, träumte man doch von einem Leben am Strand. Nach der Schule dort Zeit verbringen, das Meer sehen so viel man will. Ich bin genauso vor Neid geplatzt, als Ruy mir von seinem üblichen Schul-Strand-Alltag erzählte, wie er, als er anfing Urlaubsrouten von Deutschland aus zu planen.

Die gleiche Bedeutung, die für mich der Ozean hat, haben die offenen, „grenzenlosen“ Straßen für Ruy. Es ist einfach besonders.

Es war mal an der Zeit, dass mir jemand aufzeigt, wie glücklich wir uns schätzen können mit unserer Weitläufigkeit.

Sogar zu diesen verrückten, pandemischen Zeiten können wir bei offenen Fenstern und Fahrtwind die Heimat getrost hinter uns lassen und den Tapetenwechsel genießen, den wir uns herbeisehnen.

Je nachdem in welchen Umständen man groß wird, ist man an den einen oder anderen Zustand gewöhnt. Ich habe mich schon oft gefragt ob diese blauen, rauschenden Grenzen wohl unterbewusst ein Gefühl der Beklemmung in mir auslösen, einfach weil ich sie nicht gewöhnt bin. Anderseits ist der Mensch doch auch ein sehr adaptierbares Wesen.

Einzig und allein die Gewohnheit ist der ausschlaggebende Punkt. Sind wir gewöhnt, zweifeln wir einen Zustand auch weniger an. Etwas was uns unser ganzes Leben als ein besonderes und rares Gut vorgekommen ist, seien es Strände und Ozean oder Reisen per Auto, ist anfangs einfach schwer als „Normalität“ zu akzeptieren.

Ob freie Fahrt oder Ozeanrauschen – man kann es nicht in die Waagschale legen. Beides ist einzigartig für sich.

Da wir schon viel Zeit zusammen an Gran Canarias Stränden und im Atlantischen Ozean verbracht haben, ist nun mal die Reise mit dem Auto dran.

Ich schätze, Ruy wird es wie mir gehen. Einmal See-, oder in seinem Fall „freie Fahrt“- Luft geschnuppert, kann man nicht genug davon kriegen.

Auf das, was wir haben!

Bis bald

Saludos y un besito

GC in Vogelperspektive

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