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22. Karma is a bitch

Wer von euch glaubt an Karma? Meiner Ansicht nach, gibt es drei Möglichkeiten darauf zu antworten.

Die erste Gruppe, zu dieser zähle ich mich übrigens auch, würde ohne nachzudenken „ICH“ schreien. Die zweite, stünde im Widerspruch dazu, für die gegensätzliche Meinung ein und könnte mit voller Überzeugung den Kopf schütteln. Und die dritte Gruppe ist diese, die dem Thema noch nie viel Beachtung geschenkt hat und nun erst mal ein Weilchen darüber nachdenken müsste.

Mein gut gemeinter Rat für Zugehörige der dritten Gruppe, wäre dem Thema durchaus etwas Aufmerksamkeit zu widmen. Es ist gut investierte Zeit, versprochen.     Selbstverständlich entscheidet jeder, wie er es für richtig hält. Ich habe volles Verständnis für Menschen, die Karma für völligen Schmarn halten. Jeder wie er will. Das ist wie mit der Religion. Es gibt gläubige Menschen und welche, die es eben nicht sind.  Die einen finden Sicherheitsgefühl und Trost in der Kirche oder im Zwiegespräch mit Gott und die anderen, ich zum Beispiel, halten Krama für ihre „Religion“. Dennoch, das ganze Thema ist so spannend, es sollte nicht unbeachtet bleiben. Dieser Artikel richtet sich an jene Individueen, die noch gar keine Meinung zu Karma und seiner Wirkung haben. Ich hoffe, ich kann euch einen kleinen Denkanstoß geben. Ihr müsst euch nur etwas Zeit lassen, dann werdet ihr Karma in eurem Alltag entdecken oder eben nicht.

Im moderen Wortschatz von heute, trifft man immer wieder auf den Spruch „Karma is a bitch“. Das ist natürlich der Inbegriff der Vereinfachung.  Über die eigentliche Bedeutung denken sicher die wenigstens nach, wenn sie von Karma, „der Bitch“, sprechen. Denke ich an Karma, und so geht es bestimmt vielen von euch, betrachte ich es isoliert von seinem Ursprung, dem buddhistischen Glauben. Das Konzept von Schicksal oder Karma, wurde sich irgendwann mal so zurecht gewurschelt, dass es kompatibel für jedes Leben ist, unanbhängig der Glaubensrichtung. Ich behaupte jetzt mal ganz salopp, es wurde „verwestlicht“.

Dem buddhistischen Glauben entsprungen, bedeutet Krama nämlich, dass alles was man erlebt in seinem Leben, ein Resultat früherer Taten ist. Diese Definition geht Hand in Hand mit dem Glauben an die Wiedergeburt. Unterm Strich bedeutet es: Verhälst du dich empathisch und gutmütig in deinem ersten Leben folgt nach der Wiedergeburt im neuen Leben Glück und Positivität. Folglich, bedeutet anderen Schaden zuzufügen und Negativität, ein nächstes Leben voller Leiden.

Karma, wie wir es verstehen und „nutzen“, hat eher wenig mit unserem nächsten Leben zu tun. Vor allem in den Momenten, in denen wir das Staement „Karma is a bitch“ setzen, glauben und hoffen wir doch darauf, dass die Konsequenz auf eine Tat noch in diesem Leben erfolgt. Zugegebenermaßen, dieser Gedanke schenkt auch viel mehr Beruhigung und Genugtuung, oder nicht?

Wiederum, Karma ist wie eine Medaille, es hat zwei entgegengesetzte Wirkungswege. Karma trifft nicht nur andere, sondern selbstverständlich auch mich selber, wenn ich mich nicht korrekt verhalte. Dies ist ein unangenehmer Gedanke, zugegeben. Vor allem, wenn wir eben nicht an die Wiedergeburt glauben, sondern mit der Konsequenz in der nahen oder fernen Zukunft rechnen. „What goes around, comes around“.

Vielleicht ist das mit einer der Argumente der Karmagegner. Der Gedanke „Mich wird etwas einholen, wenn ich mich nicht anständig verhalte“, ergibt für sie einfach keinen Sinn. Glaubt man fest daran, mit allem davonzukommen, ist das Konzept von Karma wertlos. Selbst wenn es eine Konsequenz für eine negative Handlung geben wüde, würde ein Karmagegner, keine Zusammenhänge sehen und sich denken „Naja, halt einmal Pech gehabt. Hätte ich mich geschickter angestellt, wäre mir das eh nicht passiert“.

Ich persönlich sehe Karma nicht nur als eine Form von Stütze, sondern auch als Guidance für mein eigenes Handeln. Immer wenn das Teufelchen auf der Schulter laut wird und einen verlockend einfachen, jedoch flaschen, Weg aufzeigt, meldet sich zum Glück immer der Engel auf der anderen Seite. Ein Engel names „Karma“. Er schläft nie und ist wirklich sehr hartnäckig. Durch mein Vertrauen in mein Karma, gehe ich davon aus, sollte ich bewusst den „Teufelchen-Weg“ einschlagen, die verlockende böse Option in Betracht ziehen, habe ich auch mit Konsequenzen zu rechnen. So oder so ähnlich funktioniert mein Karma für mich.

Karma, als Kompass in Richtung Glück und Empathie. Was für eine romantische Vorstellung.  Wie oft wäre es so einfach, die anderen übers Ohr zu hauen oder zu ignorieren, um sich selber einen Vorteil zu verschaffen. Aber der Gedanke daran, dass alles irgendwann zurückschlägt, kann unsere Schattenseiten zügeln. Wie schön.

Egal ob es Karma oder Schicksal ist, unsere Religion oder ein guter Einfluss von außen – irgendeine Hilfe brauchen wir alle, um das große Ganze zu sehen und die Konsequenz hinter jedem Handeln nicht zu vergessen.

Natürlich gibt es so  etwas wie einen hundertprozentigen Gutmenschen nicht. Jeder wird mal schwach, jeder macht Fehler, auch auf Kosten anderer. Jedoch, diejenigen, die erkennen, dass so ein Verhalten falsch ist, sind doch die, die auf dem richtigen Weg sind, oder?

Jeden heftigen Schicksalsschlag in meinem Leben, sei es ein Glücksfall oder Drama pur, erkläre ich mir, mit meinem persönlichen Karma. Irgendwas scheine ich auch richtig gemacht zu haben, wie sonst soll ich mir dieses Kennenlernen mit Ruy mitten in Peru erklären (Artikel 3.Wo alles begann) , wenn nicht mit Karma? 😉

Und wenn Karma mal richtig zugeschlagen hat und ich mein Unglück gar nicht glauben kann, sage ich immer: Nichts ist so schlecht, dass es nicht für irgendwas gut ist. Denn wer weiß schon, welcher Nutzen daraus entspringen könnte? Vielleicht musste der Einschlag sein, um Platz für etwas Neues zu schaffen. Was ich sagen will:  Nie verzweifeln! Bist du ein guter Mensch, wird auch alles gut. Mein Karma, dein Karma, egal welches Karma – es will gepflegt werden. Es ist etwas, dem man permanent Beachtung schenken muss. Tut man das auch, stimmt es einen auf eine seltsame Weise sehr friedvoll.

Natürlich könnte man jetzt einwenden, dass ich Karma nur als bequeme Ausrede für alles nutze, was eben so in meinem Leben passiert, egal ob gutes oder schlechtes. Aber ob ich es mir mit meinem Karma nur bequem machen will oder meine Intention eine weitaus tiefgreifendere ist, die nur mein Unterbewusstsein zu fassen bekommt, ist doch absolut gleichgültig. Es bestimmt mich und mein Handeln. Sein Einfluss ist ein positiver und das ist alles was für mich zählt. Mir ist es ein Wegweiser und eine Stütze. Außerdem müssen wir Bitches doch zusammen halten, oder nicht?

Bis bald Saludos y un besito

Barranco de los Cernícalos, Gran Canaria

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