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3.4 Was ist schon normal?

Je unkonventioneller deine Entscheidungen im Leben sind, als desto „unnormaler“ giltst du. Aber was ist eigentlich normal?

Wir haben dieses Wort in unseren Wortschatz aufgenommen und ihm die Bedeutung „vorschriftsmäßig“, „üblich“ und „der allgemeinen Meinung entsprechend“ gegeben.

Nun entspricht die allgemeine Meinung aber immer der aktuellen Zeit und der Menschen, die in ihr Leben. Das heißt sie entwickelt sich stetig weiter und um ehrlich zu sein, tut sie das spätestens seit der Industrialisierung ziemlich schnell und regelmäßig. Jede neue Generation wuchs mit wieder neuen Erfindungen auf, wieder neuer Technik, neuen politischen Ansichten, mehr Rohstoffen, mehr Industrie, mehr Farben.

Und jede Generation hat ihr eigenes „normal“. Und in jeder Generation hat jede Interessensgruppe ihr eigenes „normal“.

Es gibt also viele „normals“. Es gibt viele „der allgemeinen Meinung entsprechend“, davon abhängig natürlich, wer spricht und wer meint.

Da fragt man sich doch nun wirklich, warum so viele von uns damit ringen ob sie nun normal sind oder nicht. Ob sie der „Norm entsprechen“ oder nicht, wenn es ja eigentlich gar kein eines „normal“ gibt.

Unsere Eltern ziehen uns ihren Ansichten entsprechend groß. Sobald wir aber selbst so weit sind die Welt, ihre Freiheit und unsere Grenzen zu erkunden, passen uns plötzlich nicht mehr alle Ansichten, mit denen wir aufwuchsen. Wir schließen Freundschaften, machen Bekanntschaften und bilden, als neue Generation, ein neues für uns „erstes und wahres“ normal.

Wir müssen uns also nicht gehetzt oder altbacken fühlen. Wir müssen keine unbequeme Wahrheit von „du bist einfach seltsam“ akzeptieren! Wir müssen einfach nur feststellen, dass es kein eines normal gibt.

Das bedeutet keiner hat zu 100 Prozent recht, nichts ist zu 100 Prozent richtig. Es liegt immer im Auge des Betrachters und dessen normal.

Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass wir niemals so blind sein sollten und von unserem hohen Ross hinter rufen sollten, wie komisch alle anderen sind, die es anders machen als man selbst. „Anders als du“ heißt nicht falsch oder gefährlich. Es heißt, jemand teilt nicht dein normal. Er glaubt an etwas anderes. Etwas, was in seiner Generation, Interessensgemeinschaft oder seinem Kulturkreis „allgemein gültig“ ist. Denk immer daran für „die anderen“ bist du und dein normal genauso abstrakt.

Solltest du dich also in einer Situation wiederfinden in der du dir völlig ratlos nicht erklären kannst warum ein anderer nicht deine Sichtweise versteht, behalt dir einfach nur im Hinterkopf – er tut es nicht um dich zu ärgern, sondern er hat sein „eigenes normal“. Das heißt nicht, dass man Dinge für gut heißen muss, sondern einfach, dass man für den eigenen Seelenfrieden verstehen muss: Sturheit oder gar Überheblichkeit ist auf unserem Planeten, in dieser Menschheit, fehl am Platz.

Wenn Ruy und ich nur eines von dieser zwei Kulturen-, zwei Nationalitäten-Beziehung mitnehmen könnten, dann wäre es sicher, dass es kein allgemeingültiges Normal gibt, sondern einfach nur ein deins und ein meins und manchmal eben auch ein unser.

Bis bald

Saludos y un besito

Der Wanderung nach Güigüí – auch keine normale…oder doch?
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Eine Antwort auf „3.4 Was ist schon normal?“

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